Wie verändert der Kauf von Jobbörse.com die Job- und Kandidatensuche?

Ein Gastbeitrag von Daniela Chikato: Am 22.01.2015 war XING in den Schlagzeilen mit der Neuigkeit über den Kauf der größten Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum – auch dieser Blog berichtete darüber. Jobbörse.com aggregiert aus über 1,5 Mio. Websites Stellenangebote. Mit dem Merge sichert sich XING Zugriff auf die innovative Suchtechnologie. Eine Revolution oder einfach nur konsequente Folge in der XING-Strategie gegenüber den Usern und Shareholdern? Was dürfte der Zusammenschluss für die Praxis der Jobsuche und Kandidatenrekrutierung bedeuten?

Passt exakt zu XINGs Claim “Next Level Recruiting”

Für mich ist der Schulterschluss von XING und Jobbörse.com keine Überraschung, sondern der folgerichtige nächste Schritt in der Strategie von XING: ihre gut 8 Mio. Mitglieder im Kernmarkt D-A-CH darin zu unterstützen, ein erfüllendes Berufsleben zu führen.

Während in den Kindertagen des Internets Unternehmen ihre Jobs in Stellenbörsen ausschrieben, gingen in der Folgephase die Personalentscheider in Social Networks auf die Jagd nach passenden latent Job suchenden Kandidaten. Die längst begonnene Reifephase des Internet-Recruitings ist gekennzeichnet von Aggregation und Matching.

Die Vorreiter-Rolle gebührt anderen

Dass XING diese Technologien konsequent implementiert, ist weder revolutionär im Recruiting-Markt noch neu innerhalb der XING-Welt: Die großen Player machen’s seit 2014 vor – z. B. LinkedIn mit den „Limited Listings“ und Monster mit „Talent Bin“. Der XING Talentmanager schlägt Recruitern seit Herbst 2013 automatisiert passende Kandidatenprofile für ihre hochgeladenen Jobprofile vor. Durch die Integration der 2,5 Mio. Stellenangebote, die Jobbörse.com aggregiert, kann XING im nächsten Schritt zum großen Roll-out im Matching übergehen: Voll automatisiert kann XING Usern eine große Menge für sie relevanter Jobs vorschlagen.

Job- und Kandidatensuche künftig “im Vorbeigehen” meistern?

Für die Zukunft des Recruitings und der Jobsuche bedeutet dies: Herausforderung ist nicht länger das Suchen oder Finden des passenden Counterparts – das nimmt uns die Technik ab. Vielmehr kommt es künftig mehr denn je darauf an, das Interesse des Umworbenen zu wecken. Meine Praxis an der Recruiting-Front im Austausch mit Personalentscheidern und Kandidaten zeigt: Noch immer ist etlichen Recruitern der „verkäuferische Aspekt“ in der Kandidatensuche fremd. Dabei ist es elementar wichtig, im Erstkontakt den „richtigen Köder“ auszulegen, damit die Kandidaten „anbeißen“. Doch nicht nur die Personalentscheider müssen besser werden im „Sich-Vermarkten“. Auch Bewerber sind gefordert, abzukehren von oberflächlichen Bewerbungsanschreiben oder Kontaktanfragen in Social Networks wie XING.


Über den Autor dieses Artikels: Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit für CHIKATO SALES + RECRUITMENT CONSULTING nutzt Daniela Chikato XING erfolgreich sowohl zur Rekrutierung aktiv und latent suchender Kandidaten als auch zur Generierung neuer Aufträge und Geschäftskontakte. Diese Erfahrungen, gepaart mit den umfassenden Kenntnissen des E-Recruiting-Markts, gibt sie als offizielle Trainerin in ihren Seminaren weiter.

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„Bewusst Netzwerken bedeutet für mich menschlich, verbindlich und wertschätzend zu handeln. Meine Erfahrungen aus 20 Jahren Netzwerken gebe ich in Vorträgen, Seminaren und als Berater für Verbände und Unternehmen weiter.“

Über den Autor

Joachim Rumohr erkannte früh das Potenzial von XING und nutzte es systematisch für seine Verkaufstätigkeit. 2006 begann er sein Wissen professionell weiterzugeben und gilt heute mit rund 1.000 Fachartikeln in seinem Blog, dem Bestseller-Buch “XING optimal nutzen” und weiteren Beiträgen in rund 30 Fachbüchern als der XING-Experte Nr. 1.

Sie können ihn als Trainer, Berater und Vortragsredner zum Thema „Bewusster Netzwerken“ und XING buchen.
Nehmen Sie einfach hier Kontakt auf.

2 Antworten
  1. Dieter-Michael Last
    Dieter-Michael Last says:

    Das ist alles schön und gut, durchaus auch nachvollziehbar, sowohl argumentativ als auch aus XING-Sicht.

    Ich weiss nur, dass ich deswegen nicht zu XING gegangen bin. Mich -und sehr viele meiner Kontakte auf XING, aber auch in den XING-Gruppen- nervt die Evolution vom Business- zum Karriere-Netzwerk.

    Antworten
  2. Joachim Rumohr
    Joachim Rumohr says:

    XING ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr gut als Business-Netzwerk nutzbar.
    Ich nutze einfach die Karriere-Funktionen nicht und fertig. Alles andere ist doch nach wie vor vorhanden.

    Auf jeden Fall ist es mir so allemal lieber, als eine Entwicklung hin zum Vertriebs-Netzwerk wie bei LinkedIn.
    Da wird man dann ja noch mehr und bewusster mit Werbung zugemüllt.

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