Forsa-Umfrage: Job oder Liebe? Fast jeder Zehnte würde Liebesaus einer Kündigung vorziehen

XING hat einen Blick hinter die professionelle Fassade deutscher Arbeitnehmer geworfen. Im Auftrag des beruflichen Online-Netzwerks entlockte das Meinungsforschungsinstitut forsa 1.010 erwerbstätigen Fach- und Führungskräften in Deutschland in einer repräsentativen Studie überraschende Gedanken, Meinungen und Aussagen rund um den Job.

Job oder Liebe?

XING wollte von deutschen Fach- und Führungskräften wissen, was sie schlimmer fänden: vom Chef entlassen oder vom Partner verlassen zu werden. Für immerhin fast jeden Zehnten (neun Prozent) wäre demnach eine Kündigung schlimmer als ein Schlussstrich durch den Partner. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Acht Prozent der männlichen Erwerbstätigen haben angegeben, dass eine Kündigung schlimmer sei als eine Trennung. Bei ihren Kolleginnen liegt dieser Wert mit elf Prozent höher. Für den Großteil der Erwerbstätigen geht die Liebe jedoch vor: Nahezu vier von fünf Erwerbstätigen (78 Prozent) fänden es schlimmer, vom Partner verlassen als vom Chef entlassen zu werden.

„Karrierekiller“ Kind: 61 Prozent der weiblichen Angestellten sehen einen negativen Einfluss

Ende 2015 verkündete das Statistische Bundesamt, dass Deutschland 2014 die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung verzeichnen konnte. Doch welche Auswirkungen haben Kinder auf die Karriere? Der Großteil der deutschen Fach- und Führungskräfte (41 Prozent) findet, dass Kinder einen negativen Einfluss auf den beruflichen Werdegang haben. Insbesondere unter den weiblichen Befragten ist diese Meinung weit verbreitet: 61 Prozent sehen dies so. Bei den männlichen Fach- und Führungskräften sind es hingegen nur 28 Prozent. Und 40 Prozent der männlichen Befragten sagen sogar, dass Kinder positive Folgen für den Beruf nach sich ziehen werden, was wiederum nur 14 Prozent der weiblichen Erwerbstätigen genauso sehen. Wer selbst Kinder hat, urteilt diesbezüglich sogar noch negativer: Während 44 Prozent der Erwerbstätigen mit Kindern glauben, dass die Sprösslinge einen negativen Einfluss auf die Karriere haben, sagen dies nur 39 Prozent der Kinderlosen.

Gehaltstransparenz: Bereits jeder Vierte verrät Kollegen die Höhe des eigenen Gehalts

Im Gegensatz zu Ländern wie Schweden, in denen jeder das Einkommen aller Bürger auf Wunsch frei abrufen kann, sind in Deutschland Fragen nach der Höhe des Gehalts nach Ansicht vieler ein Tabu. XING wollte wissen: Wie verschlossen sind deutsche Erwerbstätige diesbezüglich wirklich? Wem gegenüber würden sie über die Höhe ihres Gehalts sprechen? Ganz oben in der Vertrauensskala: Lebensgefährten und Ehepartner. Ihnen würden 94 Prozent die Höhe des eigenen Gehalts anvertrauen. An zweiter Stelle stehen enge Freunde (62 Prozent) und die Eltern (60 Prozent). Bei den eigenen Kindern ist der Großteil sensibler: Nicht einmal jeder Zweite (43 Prozent) verrät seinen Kindern, wie viel er verdient. Aber eine geheime Verschlusssache ist das Gehalt dennoch immer weniger. Denn bereits jede vierte Fach- und Führungskraft (27 Prozent) würde auch mit Kollegen über die Höhe des eigenen Gehalts sprechen.

Für Erwerbstätige aus den neuen Bundesländern ist das Gehalt ein größeres Tabu als für ihre Kollegen aus dem Westen: So würde im Osten jeder Zweite (48 Prozent) nicht einmal mit engen Freunden über das Thema sprechen, während das im Westen fast jeder Dritte (64 Prozent) tun würde. Ebenso würden lediglich 17 Prozent der Fach- und Führungskräfte aus dem östlichen Teil Deutschlands den Kollegen die Höhe des Gehalts anvertrauen; in Westdeutschland sind hingegen 28 Prozent dazu bereit.

Weitere Ergebnisse der Umfrage im Kurzüberblick:

Das größte No-Go im Büro ist das Thema Sexualität. Die überwiegende Mehrheit der befragten Fach- und Führungskräfte (85 Prozent) würde ihren Kollegen nie etwas über die eigenen sexuellen Präferenzen erzählen. Mit großem Abstand (63 Prozent) folgen an zweiter Stelle Abhängigkeiten, z. B. Alkohol- oder Medikamentensucht. An dritter Stelle stehen psychische Krankheiten: 44 Prozent der Erwerbstätigen würden sie gegenüber Kollegen verschweigen. Die Höhe des Gehalts ist lediglich für 31 Prozent der Befragten ein absolutes No-go-Thema im Büro.

Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) schätzt die eigene Arbeitsleistung als besser ein als die der Teamkollegen. Insbesondere glauben dies Führungskräfte – hier liegt der Anteil bei 62 Prozent –, während dies bei Befragten mit Fach- bzw. Personalverantwortung nur auf 56 Prozent zutrifft. Auffallend ist, dass dabei die Zufriedenheit im aktuellen Job eine Rolle spielt: So stufen zwei Drittel der unzufriedenen Fach- und Führungskräfte (66 Prozent) ihre Arbeitsleistung als besser ein, während dies bei den Zufriedenen auf nur etwas mehr als jeden Fünften zutrifft (55 Prozent).

Die repräsentative Studie stammt von Januar 2016. Durchgeführt wurde sie im Auftrag von XING vom Marktforschungsinstitut forsa. Befragt wurden 1.010 erwerbstätige Fach- und Führungskräfte.

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„Bewusst Netzwerken bedeutet für mich menschlich, verbindlich und wertschätzend zu handeln. Meine Erfahrungen aus 20 Jahren Netzwerken gebe ich in Vorträgen, Seminaren und als Berater für Verbände und Unternehmen weiter.“

Über den Autor

Joachim Rumohr erkannte früh das Potenzial von XING und nutzte es systematisch für seine Verkaufstätigkeit. 2006 begann er sein Wissen professionell weiterzugeben und gilt heute mit rund 1.000 Fachartikeln in seinem Blog, dem Bestseller-Buch “XING optimal nutzen” und weiteren Beiträgen in rund 30 Fachbüchern als der XING-Experte Nr. 1.

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