XING für Trainer und Coachs – das Maximum herausholen

Die Marburger Coachingstudie hat belegt, dass Trainer und Coachs von allen sozialen Netzwerken XING mit Abstand am häufigsten nutzen. Doch nur wenige von Ihnen holen wirklich das Maximum aus der Business-Plattform heraus. Wie das gelingt, steht in diesem Artikel. Er wurde im Oktober 2014 in der Zeitschrift Trainingaktuell (PDF-Dokument) veröffentlicht.

Für Trainer, Berater und Coachs gilt: Auf keinem anderen Netzwerk können sie sich so gut darstellen wie auf Xing – besonders, seitdem die Profilfunktion im vergangenen Jahr vollständig überarbeitet wurde. Und auch die gezielte Suche nach Anbietern von Weiterbildung, die bestimmte Themen anbieten, ist so nur auf Xing möglich. Doch die Plattform wird erst dann zu einem wirkungsvollen Marketing- und Vertriebsinstrument, wenn sie optimal für die Selbstdarstellung genutzt wird. Und daran hapert es oftmals noch – auch weil viele Nutzer mit den neuen Funktionen noch nicht vertraut sind. So gelingt der professionelle Auftritt:

Das Xing-Profil

Kern der Xing-Präsenz ist das eigene Profil. Es handelt sich dabei um eine Art Social-Media-Ladengeschäft. Nur wer es mit Inhalten füllt, kann von potenziellen Kunden gefunden werden. Das allein reicht jedoch nicht – die Inhalte müssen auch verständlich und aussagekräftig sein.

Hier besteht ein Kardinalfehler, der immer wieder zu beobachten ist: Profile werden ausschließlich darauf ausgelegt, gefunden zu werden. Im Feld „Ich biete“ stehen daher möglichst viele Suchbegriffe, um Besucher aufs Profil zu locken. Wird jedoch das Profil aufgerufen, fehlen oft klare Aussagen, Kontaktmöglichkeiten und der sogenannte „Call to Action“, der dazu auffordert, selbst aktiv zu werden. So gewinnt man zwar etliche Profilbesucher, generiert daraus jedoch keine Interessenten und somit auch keine Neukunden.

Die Fotos

Was viele offenbar nicht wissen: Der wichtigste Inhalt des eigenen Profils ist nicht der Text, sondern die Fotos. Das gilt insbesondere für Trainer, Berater und Coachs. Der Kunde möchte schließlich wissen, wer zu ihm ins Haus kommt und vor den Mitarbeitern steht.

Ein oder besser mehrere professionelle Bilder auf der eigenen Xing-Seite sind folglich Pflicht. Insbesondere das Profilfoto muss perfekt sein, denn damit erzielt man den ersten und entscheidenden Eindruck. Es ist daher eine sinnvolle Investition, zu einem Profifotografen zu gehen und mit ihm zu besprechen, wie die Bilder für das Xing-Profil genau aussehen sollten. Professionelle Fotografen wissen, worauf es dabei ankommt.

Der Firmenname

Aber auch der Text spielt eine wichtige Rolle, besonders, was die Auffindbarkeit des Profils angeht. Sofern man sich auf ein einziges Thema spezialisiert hat, sollte sich der Hauptbegriff davon möglichst im Feld „Unternehmen“ (d. h. im Firmennamen) wiederfinden. Dieser wird neben dem eigenen Namen und dem Bild auch außerhalb des Xing-Profils angezeigt und wirkt sich darauf aus, wie leicht das Profil gefunden wird. In diesem Feld einfach den eigenen Namen zu wiederholen, hat somit wenig Sinn.

Nach Möglichkeit beantwortet der Firmenname oder Claim die Frage, die sich jeder Profilbesucher als Erstes stellt: Bin ich hier richtig? Alle weiteren für den Trainer, Berater oder Coach relevanten Begriffe sollten sich im Feld „Ich biete“ als Stichwortsammlung und zusätzlich im Portfolio innerhalb des dort verwendeten Textes wiederfinden.

Der Profilspruch

Das nächste wichtige Feld ist direkt unter dem Profilbild und hat die Bezeichnung „Profilspruch“. Meines Erachtens sollte es besser „Kurzvorstellung“ heißen, denn durch die aktuelle Bezeichnung sind viele Mitglieder der Meinung, dort gehöre ein Zitat hinein. Doch was bringt es einem Besucher, zu wissen, welches mein Lieblingszitat ist? Er will doch eher erfahren, ob es hier eine Lösung für sein Problem gibt.

Die Antwort darauf sollte das Feld „Profilspruch“ geben – bestenfalls mit einer direkten Handlungsaufforderung am Ende und der eigenen Telefonnummer. Diese wird sonst nämlich ausschließlich Mitgliedern angezeigt, denen man seine Kontaktdaten gezielt freigegeben hat. Der Profilspruch sollte maximal zwei bis drei Zeilen lang sein. Denn die Besucher entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie auf dem Profil bleiben. Müssen sie für diese Entscheidung erst zu viele Informationen aufnehmen, brechen viele eher ab und klicken weiter.

Das Portfolio

Das Portfolio ist wie eine kleine Mini-Webseite. Hier können Texte, Bilder und PDF-Dateien hinterlegt werden, z. B. Arbeitsproben, Projektdokumentationen und Momentaufnahmen der eigenen Tätigkeit. Dadurch erhalten Besucher einen wesentlich besseren Eindruck vom eigenen Angebot, als dies im Feld „Ich biete“ jemals möglich wäre. Außerdem ist der Inhalt des Portfolios für die interne Xing-Suche und die Indexierung in Suchmaschinen relevant. Wie man Inhalte im Portfolio hinterlegt, erklärt Xing in einem Hilfevideo. Der Link dazu befindet sich am rechten Rand des eigenen Profils.

Wer diese Funktion für sich nutzen will, sollte sich zunächst eine aussagekräftige Zusammenstellung überlegen und die entsprechenden Texte und Bilder dafür zusammensuchen. Ratsam ist, das Portfolio während der Bearbeitung für andere unsichtbar zu machen. Das funktioniert über den Button „Einstellungen“ oben rechts im Profil. Dort sollte man übrigens auch die automatischen Meldungen an sein Netzwerk bei Profiländerungen abstellen. Ansonsten wird jede Änderung immer allen Kontakten unter „Neues aus meinem Netzwerk“ angezeigt.

Wer sein Portfolio fertiggestellt hat, macht es sichtbar. Wichtig dabei: Der Haken sollte bei „Portfolio als Erstes anzeigen“ gesetzt werden. Ansonsten landet der Besucher weiterhin in der Ansicht der Profildetails und nimmt das Portfolio wahrscheinlich gar nicht wahr.

 

Neu: Teilnehmervernetzung via Contaxt-App

Xing hat in den vergangenen Monaten nicht nur viel an der Plattform selbst geändert, sondern auch gänzlich neue Anwendungen entwickelt, z. B. das Programm Contaxt. Mit ihm lassen sich Teilnehmer aus einem Seminar, Vortrag oder einer Konferenz in einer Chat-Gruppe zusammenführen. Dabei ist es nicht notwendig, dass die einzelnen Teilnehmer ihre Handynummer oder E-Mail-Adressen austauschen.

Der Referent, Veranstalter oder Organisator eines Events kann die Teilnehmer in einen Contaxt einladen. Diese melden sich dann in der App einfach mit ihren Xing-Zugangsdaten an. Anschließend können sie mit den anderen Teilnehmern Nachrichten austauschen, ihre Daten individuell freigeben und sehen, wer am Vortrag oder Event teilnimmt. Ferner kann Contaxt bei Veranstaltungen als „Wall“ eingesetzt werden.

Die Chat-Inhalte werden in diesem Fall per Beamer projiziert, bleiben jedoch (anders als bei einer Twitter-Wall) im geschlossenen Raum. Denn Zugriff auf die Inhalte hat nur, wer über den jeweiligen Contaxt-Zugangscode verfügt. Die Contaxt-App kann kostenlos genutzt werden und ist für iOS und Android verfügbar. Link: www.contaxt.de

 

Die Impressumspflicht

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Diskussionen zur Impressumspflicht. Fakt ist: Sobald man – egal, ob als Selbstständiger oder Angestellter – Informationen zu seiner Firma oder seinen Produkten auf seinem Profil hat, besteht Impressumspflicht. Die entsprechende Funktion sollte folglich auch genutzt werden. Sie befindet sich oben rechts über dem Profilspruch. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte dabei ein Impressumsassistent genutzt werden. Es gibt dafür verschiedene (teils kostenlose) Anbieter, die sich mit einer einfachen Google-Suche finden lassen.

Die „neuen“ Gruppen

Xing hat in den vergangenen Monaten sehr intensiv an der Gruppenfunktion gearbeitet und diese komplett neu programmiert. Der Fokus wurde darauf gerichtet, die Funktionen zu vereinfachen. Es ist jetzt beispielsweise wesentlich leichter, einen neuen Beitrag zu schreiben. Etwas zu kommentieren und als „interessant“ zu markieren, wurde der bereits bekannten Funktion „Neues aus meinem Netzwerk“ hinzugefügt. Ferner sind jetzt Bild-Uploads und Linkempfehlungen in Gruppenbeiträgen möglich. Die Nutzung der Gruppen hat dadurch in den vergangenen Monaten bereits spürbar zugenommen. Das liegt allerdings auch daran, dass neue Gruppen nun vollständig auf mobilen Endgeräten aufrufbar sind, was vorher nicht der Fall war. Eine überfällige Neuerung, nimmt doch die mobile Nutzung per Xing-App stetig zu.

Die App für Events

Damit die App jedoch nicht völlig überladen wird, entwickelt Xing gezielt einzelne Anwendungen. So hat der Eventbereich nun eine eigene App (Xing Events) bekommen und ermöglicht damit Teilnehmern, sich direkt auf der Veranstaltung über weitere Gäste und das Event selbst zu informieren.

Mit Kontaktvorschlägen kann man sich vor Ort anzeigen lassen, welche Teilnehmer für einen besonders interessant sind. Diese Vorschläge basieren auf gemeinsamen Interessen, Kontakten, Gruppenmitgliedschaften und Eventteilnahmen. Ferner kann man sich Events in der Nähe des Standorts anzeigen lassen, an dem man sich gerade befindet. Eine weitere interessante neue App zur Teilnehmervernetzung ist Contaxt (siehe Kasten).

Trainer können den Xing-Eventbereich zur Bekanntmachung ihrer offenen Seminare nutzen. Auch wenn die Veranstaltungen dadurch sicherlich nicht auf einen Schlag ausgebucht sein werden, generieren sie so doch mehr Sichtbarkeit und Treffer in Suchmaschinen. Bei der Anlage eines Events sollten möglichst alle Felder ausgefüllt werden. Wichtig ist auch, Bilder einzustellen – daraus resultieren Emotionen und die Motivation, sich mit den schriftlichen Inhalten zu beschäftigen.

Die Suchmaschinenoptimierung

Wer sich bei Xing neu anmeldet, dessen Profil ist nicht direkt in Suchmaschinen auffindbar. Denn die Plattform übermittelt neue Profile nicht automatisch. Dafür muss man selbst sorgen, indem man den Link auf sein Profil bei den Suchmaschinen bekannt macht.

Am einfachsten und schnellsten gelingt das, indem man Beiträge in aktiven Blogs kommentiert. Das funktioniert so: Man verfasst einen Kommentar zu einem Blogbeitrag und kopiert in das Feld „Website“ die URL des eigenen Xing-Profils. Dazu ruft man einfach sein Profil auf und kopiert die Adresse aus dem Browser. Beim nächsten Besuch der Suchmaschinen wird der neue Kommentar indexiert und somit auch der Link auf das eigene Profil.

Nutzen Sie doch einfach diesen Artikel hier und schreiben Sie einen Kommentar. 😉

 

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Artikel auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil geprüft von Annette Winkel
https://www.xing.com/profile/Annette_Winkel
www.lektorat-winkel.de

Über den Autor

Joachim Rumohr hat mehr als zwanzig Jahre Vertriebserfahrung und das Potential von Social Selling und Networking früh erkannt. Seit 2006 gibt er sein Wissen professionell als Berater, Trainer und Vortragsredner weiter. Sein Schwerpunkt ist die Geschäftsanbahnung mit XING und LinkedIn im B2B-Vertrieb.

Rumohr ist Autor des Bestseller-Buchs „XING optimal nutzen” mit rund 20.000 verkauften Exemplaren. Auf seinem Blog veröffentlichte er seit 2007 über 1.000 Fachartikel und wird in mehr als 30 Büchern namentlich als Experte genannt.

Er hat Erfahrungen aus mehr als 10.000 Stunden Beratungen, Trainings und Vorträgen rund um die Nutzung von Business-Plattformen wie XING und LinkedIn gesammelt. Zehntausende Menschen haben seine Vorträge live erlebt. Er führte mehrere tausend Beratungen und hunderte Seminare durch. Mit seiner begeisternden Art steht er für motivierenden und nachhaltigen Wissenstransfer.

Rumohr lebt und arbeitet in Mölln, der östlich von Hamburg gelegenen Kurstadt. Mölln gehört mit rund 19.000 Einwohnern zu den zehn schönsten Kleinstädten Deutschlands. In seiner Umgebung mit sehr viel Wald, Natur und Seen findet Joachim Rumohr seinen Ausgleich: In seiner Freizeit klettert er leidenschaftlich gern auf Bäume. Dabei nutzt er das Equipment von professionellen Baumpflegern und steigt so auf Bäume in bis zu 40 m Höhe.

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Kommentare vs. DS-GVO

Ich habe bis heute kein wirklich funktionierendes und (mit meinen anderen PlugIns) kompatibles PlugIn für WordPress gefunden, mit dem ich die Standard-Kommentarfunktion in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung konform gestalten könnte. Ich habe mich daher zunächst entschieden die Kommentarfunktion abzuschalten und ein Formular für eine direkte Anfrage zu hinterlegen. Mal sehen, was die Zeit nach dem 25. Mai 2018 bringt und wie sich die ganze Situation entwickeln wird. Sobald es geht werde ich die Kommentare wieder einschalten.