So machen Sie Ihre Webseite fit für Social Media

Immer wieder sehe ich Linkempfehlungen auf XING, LinkedIn, Facebook oder auch Google+, bei denen nur der Seitentitel, ein nicht zur Zielseite passender Text und kein Bild zu sehen sind. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Daten auf Ihrer Webseite zur Verfügung stehen müssen, damit diese beim sogenannten “Teilen” in Social-Media-Kanälen auch aussagekräftig erscheint.

Worum geht es eigentlich genau?

In den bereits genannten Kanälen ist es möglich, Seiten zu empfehlen. Wenn alles gut läuft, sieht das wie in den folgenden Bildern aus. Es gibt einen Titel, eine kurze Beschreibung der empfohlenen Seite und ein Artikelbild.

Linkempfehlung auf Facebook

linkempfehlung-facebook

Linkempfehlung auf Google+

linkempfehlung-googleplus

Linkempfehlung auf XING

linkempfehlung-xing

Die Feinheiten werden jedoch beim Betrachten der Beispiele direkt deutlich: Nicht jeder Dienst übernimmt von der Seite die gleichen Daten. Und es ist nicht eindeutig geregelt, in welchem Format beispielsweise ein als Artikelbild bereitgestelltes Bild angezeigt wird.

Geben Sie Ihrem Webdesigner eine klare Anweisung

Häufig konzentrieren sich Webdesigner nur auf die Ausgabe in Facebook und vergessen, dass es auch noch Google+, LinkedIn und XING gibt. Doch wollen Sie wirklich entscheiden, wo die Besucher Ihrer Seite eine Empfehlung zu Ihrer Seite abgeben? Und sind Sie sicher, dass Ihre Informationen von Besuchern im privaten Facebook-Account geteilt werden? Oder sind es eher Inhalte, die in das berufliche Umfeld gehören und damit eher auf XING oder LinkedIn geteilt werden?

Sofern einem Webdesigner jedoch keine klaren Vorgaben gemacht werden, nutzt dieser häufig fertige Plugins zur Einbindung von Social Media auf den Seiten der Kunden. Was soll er auch anderes tun, wenn Sie dazu keine Vorgaben und Anweisungen liefern.

Öffnen Sie alle Kanäle für Ihre Besucher

Oft höre ich, dass man keinen Twitter- oder Google+-Button auf der Seite hat, weil man diese Netzwerke ja selbst nicht aktiv nutzt. Doch dass Sie selbst Twitter oder XING nicht nutzen, bedeutet ja nicht, dass Ihre Besucher dort ebenfalls nicht aktiv sind. Und diese sollen die Informationen Ihrer Seite ja schließlich in den eigenen Netzwerken teilen. Ohne entsprechenden Button ist dies jedoch vielen zu aufwendig. Oder sie wissen schlicht nicht, wie dies ohne Button geht.

Welche Angaben müssen auf die Webseite?

Im sogenannten OpenGraph-Protokoll ist festgelegt, welche Angaben im Kopfbereich einer Webseite eingetragen sein müssen, damit diese auf Social-Media-Seiten aussagekräftig geteilt werden kann. Daran sollten sich eigentlich alle halten. Da diese Angaben jedoch häufig (noch) nicht vorhanden sind, haben die Entwickler der Plattformen andere Wege gesucht, um an verwertbare Informationen zu kommen.

Und so suchen Facebook, Google+, LinkedIn und XING an unterschiedlichen Stellen nach verwertbaren Angaben. So kommt es auch oft zu unterschiedlichen Darstellungen, wenn eine Seite geteilt wird. Den normalen Seitentitel können beispielsweise alle Dienste auslesen und so steht dann häufig der Seitentitel auch ganz allein in der Empfehlung. Wird selbst der vom Entwickler der Seite nicht hinterlegt, steht manchmal auch nur “Homepage” oder “Startseite” dort.

Die notwendigen Angaben stehen dabei im Seitenquelltext in den sogenannten Metadaten. Sollten Sie nicht wissen, was das bedeutet, dann geben Sie diese Informationen an die Person weiter, die Ihre Webseite betreut.

Existiert beispielsweise nur der Seitentitel, wird auch nur dieser ausgelesen und angezeigt.

<head>
<meta http-equiv=”Content-Type” content=”text/html; charset=UTF-8″ />
<title>So machen Sie Ihre Webseite fit für Social Media</title>
</head>

nur titelangabe in metadaten

Welche Informationen jeweils für welches Netzwerk notwendig sind, erfahren Sie am besten auf den entsprechenden Hilfeseiten der Anbieter.

Die Informationen für XING finden Sie hier:

Generelle Informationen zum Share-Button von XING

Informationen zum Einbau und zu den notwendigen Meta-Tags auf der jeweils zu teilenden Seite (weiter unten im Dokument)

Regelmäßige Tests bewahren Sie vor Fehlern

Leider ändern sich die Angaben der Anbieter immer mal wieder. Daher empfehle ich Ihnen, regelmäßig selbst auf die entsprechenden Buttons auf Ihrer Seite zu klicken. Nur so können Sie feststellen, was tatsächlich angezeigt wird und ob alles korrekt ist. Probieren Sie es hier auf dieser Seite aus.

Nach dem Klick auf die sogenannten Share-Buttons über und unter dem Artikel kommt immer erst eine Vorschau. Diese können Sie teilweise anpassen oder mit einem eigenen Kommentar versehen, bevor Sie die Empfehlung absenden.

Die 2-Klick-Methode bei Share-Buttons

Wird ein Share-Button auf einer Seite (wie dieser) angezeigt, dann steht manchmal auch direkt daneben, wie oft die Seite bereits geteilt wurde. Diese Information wird von den Netzwerken gezogen. Sofern Sie parallel in einem der Netzwerke angemeldet sind, erfährt der Betreiber von Ihrem Aufruf und kann so Ihr Surfverhalten nachvollziehen. XING zieht diese Information übrigens nicht.

Daher gibt es die Empfehlung von Datenschützern, das 2-Klick-Verfahren zu nutzen, bei dem der Nutzer den Button mit dem ersten Klick erst aktivieren muss, bevor er einen Link damit teilen kann.

Ein Interview dazu mit dem Datenschützer Dr. Uwe Nolte

Rumohr: Wer ist in der Verantwortung bei dieser Thematik?

Dr. Nolte: Alle Anbieter einer gewerblichen Website sind datenschutzrechtlich dafür verantwortlich, wenn sie Empfehlungsbuttons und Plugins der sozialen Netzwerke in ihre Websites einbinden. Sie müssen Nutzer darüber informieren, ob und welche Daten an Social Networks weitergeleitet werden. Das ist aber derzeit nicht möglich, da Facebook & Co. die Website-Anbieter und -Nutzer nicht genügend über Umfang und Zweck der Datenverarbeitung aufklären. Daher müssen Sie als Website-Inhaber auf Tricks zurückgreifen, um sich vor Ärger und Kosten zu schützen.

Rumohr: Empfehlen Sie die 2-Klick-Methode?

Dr. Nolte: Bei der „2-Klick-Lösung“ wird die „Gefällt mir“-Schaltfläche nicht direkt beim Aufruf der Website mitgeladen und damit werden auch keine Daten automatisch an Social-Media-Plattformen weitergeleitet. Die Besucher sehen nur eine graue, inaktive Schaltfläche und können frei entscheiden, ob sie die Empfehlungsschaltfläche durch Klicken nachladen möchten und damit Informationen den Social-Media-Plattformen preisgeben.

Die „2-Klick-Lösung“ bietet in jedem Fall mehr Sicherheit für den Webseitenbetreiber, da die Daten der Besucher nicht automatisch erfasst werden. Sie mindert erheblich das Risiko für den Anbieter, für Rechtsverstöße belangt zu werden.

Rumohr: Warum sieht man diese Lösung so selten auf Webseiten?

Dr. Nolte: Die Buttons verleiten nicht unbedingt dazu, Inhalte impulsiv und schnell zu teilen, zwei Klicks sind eine Hemmschwelle, also damit ein kleiner Nachteil für den Webseitenbetreiber. Zudem ermuntern bunte Originalflächen Nutzer viel stärker dazu, Inhalte zu teilen, als die ausgegrauten „2-Klick-Flächen“.

Aber aufgrund von verschiedenen Abmahnwellen spricht es sich in Unternehmerkreisen herum, dass es sinnvoll ist, solche Lösungen einzusetzen, da sie Ärger und Kosten sparen.

Rumohr: Gibt es denn aus Ihrer Sicht eine andere Lösung?

Dr. Nolte: Ja, es gibt eine verbesserte Version der „2-Klick-Lösung“, die Social-Media-Buttons nach „Shariff“. Diese sind auffällig gestaltbar, fallen dadurch auf und sind wieder mit nur einem Klick zu bedienen. Sie schützen die Privatsphäre der Nutzer ebenso gut wie das 2-Klick-Verfahren. Herr Dr. Thilo Weichert, bis vor Kurzem Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein, begrüßte diese Lösung als „datenschutzfreundlichere Technologie“, um zu verhindern, dass Facebook & Co. das „Internetverhalten ohne aktiven Beitrag des Users mitverfolgen und speichern“. Eine Beschreibung zum Einsatz finden Sie zum Beispiel bei Heise.de.

Rumohr: Was ist noch zu beachten?

Dr. Nolte: Wenn Sie Empfehlungsschaltflächen und Social Plugins einsetzen, müssen Sie darauf in der Datenschutzerklärung Ihrer Website hinweisen. Das gilt übrigens auch für die Verwendung von Cookies und Tracking-Tools. Denken Sie bitte auch an die Widerrufsbelehrung.

Rumohr: Vielen Dank für Ihre Zeit und die Informationen, Herr Dr. Nolte.

 

Weitere Informationen und einen Kontakt finden Sie auf der WebSite von Dr. Uwe Nolte.

 

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Artikel auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil geprüft von Annette Winkel
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www.lektorat-winkel.de

Über den Autor

Joachim Rumohr hat mehr als zwanzig Jahre Vertriebserfahrung und das Potential von Social Selling und Networking früh erkannt. Seit 2006 gibt er sein Wissen professionell als Berater, Trainer und Vortragsredner weiter. Sein Schwerpunkt ist die Geschäftsanbahnung mit XING und LinkedIn im B2B-Vertrieb.

Rumohr ist Autor des Bestseller-Buchs „XING optimal nutzen” mit rund 20.000 verkauften Exemplaren. Auf seinem Blog veröffentlichte er seit 2007 über 1.000 Fachartikel und wird in mehr als 30 Büchern namentlich als Experte genannt.

Er hat Erfahrungen aus mehr als 10.000 Stunden Beratungen, Trainings und Vorträgen rund um die Nutzung von Business-Plattformen wie XING und LinkedIn gesammelt. Zehntausende Menschen haben seine Vorträge live erlebt. Er führte mehrere tausend Beratungen und hunderte Seminare durch. Mit seiner begeisternden Art steht er für motivierenden und nachhaltigen Wissenstransfer.

Rumohr lebt und arbeitet in Mölln, der östlich von Hamburg gelegenen Kurstadt. Mölln gehört mit rund 19.000 Einwohnern zu den zehn schönsten Kleinstädten Deutschlands. In seiner Umgebung mit sehr viel Wald, Natur und Seen findet Joachim Rumohr seinen Ausgleich: In seiner Freizeit klettert er leidenschaftlich gern auf Bäume. Dabei nutzt er das Equipment von professionellen Baumpflegern und steigt so auf Bäume in bis zu 40 m Höhe.

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Kommentare vs. DS-GVO

Ich habe bis heute kein wirklich funktionierendes und (mit meinen anderen PlugIns) kompatibles PlugIn für WordPress gefunden, mit dem ich die Standard-Kommentarfunktion in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung konform gestalten könnte. Ich habe mich daher zunächst entschieden die Kommentarfunktion abzuschalten und ein Formular für eine direkte Anfrage zu hinterlegen. Mal sehen, was die Zeit nach dem 25. Mai 2018 bringt und wie sich die ganze Situation entwickeln wird. Sobald es geht werde ich die Kommentare wieder einschalten.