Mitgliedersuche im Vergleich. Challenge XING vs. LinkedIn

Für 6 bis 10 Euro im Monat, je nach Angebot und Laufzeit, bieten beide Plattformen eine Premium-Mitgliedschaft an. Im Rahmen meiner Challenge geht es beim heutigen Vergleich um die Optionen der Mitgliedersuche, die mit den Premium-Mitgliedschaften von XING und LinkedIn verfügbar sind.

Auf den ersten Blick ist mir aufgefallen, dass LinkedIn bei der Basis-Variante einiges mehr an Suchfunktionen offeriert. Eine echte Steigerung war zur Premium-Variante dann kaum auszumachen. Leider, denn mir fehlen tatsächlich in der Suche bei LinkedIn einige mir wichtige Funktionen.

Die direkte Mitgliedersuche nach einem Namen

Auf beiden Plattformen kann man oben im Sucheingabefeld direkt einen Namen eingeben und erhält dann passende Vorschläge. Dies gilt natürlich nur, wenn der gesuchte Name im Netzwerk auffindbar ist. Hier hat LinkedIn leicht die Nase vorn, denn im Vergleich zu XING (drei Treffer) werden hier acht direkte Treffer angezeigt. Beide zeigen ebenso ähnliche Treffer an und lassen die Einschränkung des Ergebnisses mit der zusätzlichen Eingabe eines Unternehmensnamens zu.

Regionale Mitgliedersuche

Die Suche nach Mitgliedern aus einem Bundesland, einem bestimmten Ort oder gar einem Postleitzahlenbereich (wie bei XING) bleibt einem bei LinkedIn verwehrt. Es stehen lediglich größere Städte wie Hamburg, Hannover oder auch Kiel mit der jeweiligen Umgebung zur Verfügung. Wie groß eine Stadt sein muss, damit sie in der Standortsuche verfügbar ist, habe ich nicht herausgefunden.

Mitgliedersuche nach Unternehmenszugehörigkeit

Beide Plattformen erlauben die Suche nach Mitgliedern einer bestimmten Firma und lassen dabei auch eine Auswahl dahingehend zu, ob die gefundenen Personen aktuell dort arbeiten oder einmal dort gearbeitet haben.

Mitgliedersuche nach Tätigkeitsfeld

Auf XING kann ein Tätigkeitsfeld ausgewählt werden, in dem die Zielgruppe aktiv ist. So stehen beispielsweise „Forschung, Lehre und Entwicklung“, „Controlling und Planung“, „Management und Unternehmensentwicklung“ oder „Vertrieb und Handel“ zur Auswahl.

Mitgliedersuche nach Branche

Bei LinkedIn ist hier eine freie Eingabe möglich. Somit kann wesentlich konkreter ausgewählt werden als bei der Auswahl aus den 23 vorgegebenen Branchen auf XING.

Mitgliedersuche nach Hochschulen

Ebenfalls ist die Suche nach Hochschulen, an denen die Gesuchten studiert haben, auf beiden Plattformen möglich. Beide machen hier auch Vorschläge zur Auswahl der gewünschten Hochschule.

Mitgliedersuche nach Position/Titel

Auf XING kann in der Positionsbezeichnung (aktuell oder vorher) gesucht werden. Bei LinkedIn trägt dieses Feld die Bezeichnung „Titel“. Eine Suche nach Mitgliedern, die eine Position einmal hatten, ist dabei auf LinkedIn nicht möglich. Beide haben das Gendering dabei im Griff. Die Suche nach „Vertriebsleiter“ findet auch „Vertriebsleiterinnen“.

Mitgliedersuche nach „Ich biete“/“Ich suche“

Einträge in diesen beiden Feldern auf XING können ebenso direkt durchsucht werden. Auf LinkedIn gibt es dafür den Bereich „Kenntnisse und Fähigkeiten“ im Profil. Dieser kann jedoch nicht explizit in der Suche ausgewählt und durchsucht werden.

Mitgliedersuche nach Kontaktgrad

Bei LinkedIn kann man entscheiden, nur Kontakte 1., 2. oder 3. Grades angezeigt zu bekommen. Bei XING heißen die Optionen „Nur Kontakte“, „Kontakte und deren Kontakte“ oder „Nicht-Kontakte“.

Mitgliedersuche nach Beschäftigungsart

Nachdem eine Suche ausgeführt wurde, kann man bei XING nachträglich noch die Beschäftigungsart nach Einträgen wie Angestellt (Vollzeit), Freiberuflich/Selbstständig, Inhaber/-in, Partner/-in bzw. Gesellschafter/-in, Selbstständig usw. einschränken. Neben den auszuwählenden Einträgen steht jeweils direkt die übrig bleibende Menge, sobald eine Auswahl erfolgt. Bei LinkedIn ist diese Option nicht verfügbar.

Mitgliedersuche nach Karrierestufe

Ebenso als nachträgliche Selektion verfügbar sind Karrierestufen wie Manager (mit und ohne Personalverantwortung), Geschäftsführer (GF, CEO etc.), Mit Berufserfahrung, Direktor (Bereichsleiter, VP, SVP etc.), Student/Praktikant usw.

Mitgliedersuche nach Sprache

Bei LinkedIn direkt in der ersten Auswahl und bei XING im Nachgang zur zusätzlichen Filterung stehen die im jeweiligen Profil der Mitglieder angegebenen Sprachen zur Verfügung.

Mitgliedersuche nach Nonprofit-Interessen

LinkedIn stellt hier die Optionen „Berufl. Ehrenamt“ und „Vorstandstätigkeit“ zur Verfügung. So lassen sich besonders engagierte Mitglieder finden. Auf XING besteht diese Möglichkeit nicht.

Mitgliedersuche nach „Kontakte von“

In diesem Feld lässt sich ein direkter Kontakt auswählen. Obige bei LinkedIn verfügbaren Suchfilter lassen sich anschließend nur auf die Kontakte dieser Person anwenden. Da XING diese Möglichkeit nicht bietet, habe ich noch keine Erfahrungswerte aus der Praxis dahingehend, wie wertvoll diese Funktion tatsächlich ist. Ich habe bisher stets die Filter von XING angewendet und dann geschaut, ob ich im Netzwerk irgend jemanden habe, der einen zu den Filtern passenden Kontakt hat. Sofern ein Leser dieses Vergleichs mit dieser Funktion entsprechende Erfahrungen hat, würde ich mich sehr über einen Kommentar dazu freuen.

Weitere Besonderheiten

Anzeige der Trefferliste

Auf LinkedIn werden neben dem Bild und dem Namen der Kontaktgrad, die Positionsbezeichnung mit Firma sowie der ungefähre Standort angegeben. Ferner sieht man, ob es gemeinsame Kontakte gibt, und kann sich mit jedem aus der Liste per Klick direkt vernetzen.

XING bietet hier mehr Informationen auf den ersten Blick. Neben Bild, Name, Position und Unternehmensname wird stets angezeigt, wo die gesuchten Begriffe gefunden wurden. Dies ist gerade bei der freien Stichwortsuche sehr hilfreich. Ferner unterscheidet XING zwischen Basis- und Premium-Mitgliedern. Bei Letzteren werden zusätzlich die Top-Fähigkeiten aus dem Profil sowie die Kontaktzahl (wenn freigegeben) angezeigt. Die Zahl der gemeinsamen Kontakte erhält man im Gegensatz zu LinkedIn nur von Premium-Mitgliedern.

Zahl der Treffer

Bei XING werden stets maximal 10.000 Treffer angezeigt bzw. die Zahl 10.000+, wenn es mehr Treffer als diese 10.000 gibt. Bei LinkedIn hingegen steht immer die komplette Zahl über der Trefferliste. Man kann also seine Zielgruppe etwas besser einschätzen. Bei XING ist dies nur mit weiteren Filtern wie der PLZ und einer manuellen Addierung möglich.

Die Listenreihenfolge

Die Reihenfolge der Trefferliste wird bei XING durch das eigene Netzwerk definiert. Direkte Kontakte stehen stets oben, gefolgt von den Kontakten im zweiten Grad. Die Reihenfolge bei LinkedIn hat sich mir bei meinen Tests leider nicht komplett erschlossen. Ich vermute, dass es etwas mit dem eigenen Standort zu tun hat und die Liste nach der Entfernung sortiert ist. Das heißt, dass zunächst die Treffer, die in meiner unmittelbaren Nähe sind, angezeigt werden. Falls dies jemand korrigieren oder verifizieren kann, bin ich für einen entsprechenden Hinweis dankbar.

LinkedIn begrenzt bei intensiver Nutzung die Suchfunktionen, um Missbrauch zu vermeiden. So zumindest wurde es mir bei Abschluss der Premium-Lizenz angedeutet. Was genau damit gemeint ist, konnte ich nicht herausfinden.

Die Schnellübersicht

Schnellübersicht der Mitgliedersuche

Fazit

Gehe ich nach der Schnellübersicht, hat XING hier 16 Pluszeichen und LinkedIn nur 11. In der Listenanzeige hat XING wieder die Nase vorn, dafür zeigt LinkedIn direkt, wie viele Treffer es sind. Nach Indizien bekommt bei diesem Vergleich XING in meiner Challenge den Punkt. Letztlich ist es hier aber eine sehr persönliche Entscheidung. Wer beispielsweise mit den Branchenvorgaben von XING nicht zurechtkommt, da eine sehr spezielle Zielgruppe vorhanden ist, der ist mit der Suche von LinkedIn eindeutig besser bedient. Ebenso ist es bei der Suche nach Menschen, die sich im Nonprofit-Bereich engagieren.

Ich persönlich finde die Suchmaske von XING klarer und übersichtlicher und habe bei LinkedIn nicht immer nachvollziehen können, was genau gerade angezeigt wird bzw. warum jemand bei bestimmten Suchen im Ergebnis aufgetaucht ist.


Artikel auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil geprüft von Annette Winkel
https://www.xing.com/profile/Annette_Winkel
www.lektorat-winkel.de

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Über den Autor

Joachim Rumohr ist Hamburger und Nordlicht mit Leib und Seele. Er hat mehr als zwanzig Jahre Vertriebserfahrung und das Potential von XING bereits früh erkannt. Seit 2006 gibt er sein Wissen professionell als Berater, Trainer und Vortragsredner weiter. Sein Schwerpunkt ist die digitalisierte Geschäftsanbahnung mit XING und seit 2017 auch LinkedIn.

Rumohr wird in der Presse als „XING-Experte Nr. 1“ genannt. Er ist Autor des Bestseller-Buchs „XING optimal nutzen” mit rund 20.000 verkauften Exemplaren. Auf seinem Blog veröffentlichte er seit 2007 über 1.000 Fachartikel und wird in mehr als 30 Büchern namentlich als der XING Experte genannt.

Zehntausende Menschen haben seine Vorträge live erlebt. Er führte mehrere tausend Beratungen und hunderte Seminare durch. Mit seiner begeisternden Art steht er für motivierenden und nachhaltigen Wissenstransfer.

Heute lebt und arbeitet Joachim Rumohr in Mölln, der östlich von Hamburg gelegenen Kurstadt. Mölln gehört mit rund 19.000 Einwohnern zu den zehn schönsten Kleinstädten Deutschlands. In seiner Umgebung mit sehr viel Wald, Natur und Seen findet Joachim Rumohr seinen Ausgleich: In seiner Freizeit klettert Joachim Rumohr leidenschaftlich gern auf Bäume. Dabei nutzt er das Equipment von professionellen Baumpflegern und steigt so auf Bäume in bis zu 40 m Höhe.

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Kommentare vs. DS-GVO

Ich habe bis heute kein wirklich funktionierendes und (mit meinen anderen PlugIns) kompatibles PlugIn für WordPress gefunden, mit dem ich die Standard-Kommentarfunktion in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung konform gestalten könnte. Ich habe mich daher zunächst entschieden die Kommentarfunktion abzuschalten und ein Formular für eine direkte Anfrage zu hinterlegen. Mal sehen, was die Zeit nach dem 25. Mai 2018 bringt und wie sich die ganze Situation entwickeln wird. Sobald es geht werde ich die Kommentare wieder einschalten.