XING versus LinkedIn: Neuigkeiten und Statusmeldungen

Mit Statusmeldungen, Linkempfehlungen und News halten wir unser Netzwerk mehr oder weniger regelmäßig auf dem Laufenden. Auf den jeweiligen Startseiten von LinkedIn und XING können wir so sehen, was bei unseren Kontakten Aktuelles passiert. Egal, welche Zielsetzung man hat, das eigene Netzwerk informiert zu halten, gehört zum Hauptnutzen einer Business-Plattform. Daher setze ich hier mit einem meiner ersten Funktionsvergleiche an.

Welche Inhalte können geteilt werden?

XING lässt 420 Zeichen freien Text, Linkempfehlungen beliebiger Webseiten und das Teilen diverser XING-Seiten wie Events, Gruppenbeiträge, Profile, Stellenangebote etc. zu. Die Möglichkeit, Bilder oder Videos zu teilen, sucht man hier jedoch leider vergeblich. Ab und an erscheint zwar mal ein Video im Stream, dies hat der Absender dann jedoch mit einem vierstelligen Betrag finanziert … Die Möglichkeit, einen direkten Kontakt in einer Statusmeldung zu verknüpfen, bleibt genauso verwehrt wie die Nutzung von Hashtags.

LinkedIn hingegen erlaubt sowohl Bilder als auch Videos. Diese laufen in der Grundeinstellung vollautomatisch ab, sobald das Video im sichtbaren Bereich erscheint. (Dies sollte man bei wenig Datenvolumen auf dem Handy jedoch besser deaktivieren.)

Somit bekommen die Sender solcher Inhalte wesentlich mehr Aufmerksamkeit im Stream und das wird auch fleißig genutzt. Als störend empfinde ich dies nicht. Eher als bereichernd und spannend.

Die auf XING verwehrte Verknüpfung von Kontakten ist auf LinkedIn in Statusmeldungen genauso möglich wie die Nutzung von Hashtags, verbunden mit der Suche und dem „Abonnieren“ von Hashtags. Dadurch bekommt man dann alle öffentlichen Statusmeldungen im eigenen Feed angezeigt, in denen der Hashtag verwendet wird.

Eine Besonderheit von LinkedIn ist die Funktion „Bravo geben“. (Nur in der App vorhanden!) Damit kann man einzelnen Kontakten einen speziellen Dank aussprechen und dies im eigenen Feed entsprechend veröffentlichen. Quasi ein öffentlich ausgesprochenes Lob.

Linkempfehlungen sind auf beiden Plattformen möglich.

Die von den jeweiligen Webseiten geholten Informationen wie Titel, Kurzbeschreibung und Beitragsbild werden jedoch sehr unterschiedlich verarbeitet und angezeigt.

XING

Die OpenGraph-Informationen der Website werden von XING für eine Linkempfehlung herangezogen. Das Beitragsbild wird dann jedoch sehr klein dargestellt. Große Aufmerksamkeit kann man damit nicht erzeugen. Häufig sind die Inhalte der Bilder nicht klar erkennbar. Ein zusätzlicher Kommentar kann noch dazugeschrieben werden. Weitere Einstellungen sucht man vergeblich. Lediglich ein paralleler Versand auf Twitter ist möglich. Da auf XING keine Hashtags funktionieren, diese auf Twitter jedoch einer der wichtigen Inhalte sind, sollte man die Meldung lieber auf Twitter manuell schreiben.

Statusmeldung auf XING

Statusmeldung auf XING

LinkedIn

Als Erstes fällt direkt auf, dass die Bilder aus einem geteilten Beitrag bei LinkedIn wesentlich größer dargestellt werden. Hat man hier also ein gutes Bild in seinem Beitrag, bekommt man auch entsprechende Aufmerksamkeit beim Teilen. Der auf einer Seite hinterlegte Kurztext wird jedoch nicht automatisch übernommen. Man muss daher stets selbst kommentieren, kann dann jedoch auch direkt Hashtags setzen und den Link parallel bei Twitter teilen.

Standardmäßig sind Linkempfehlungen stets öffentlich. Eine Beschränkung auf die eigenen Kontakte ist hier jedoch möglich. Wer dies wünscht, kann direkt die Erlaubnis entziehen, Kommentare zu schreiben. Dies ist jedoch auch im Nachhinein noch einstellbar.

Statusmeldung auf LinkedIn

Statusmeldung auf LinkedIn

Ein Kommentar zu einem Link sollte (wie oben zu sehen) nicht zu lang sein. Nach drei Zeilen wird der Text abgeschnitten und muss vom Betrachter per Mausklick angezeigt werden. Schreiben Sie daher stets das Wichtigste in die ersten Zeilen.

Wer sieht meine Statusmeldungen?

Auf XING werden Statusmeldungen stets den eigenen direkten Kontakten angezeigt. Eine Filterung ist nicht möglich.

Bei LinkedIn kann man einstellen, dass eine Statusmeldung nur direkten Kontakten angezeigt werden soll (wie oben zu sehen ist). Im Standard sind Statusmeldungen auf LinkedIn öffentlich. Dadurch regelt sich dann, ob eine Meldung geteilt werden kann und Followern im Stream gezeigt wird, die keine direkten Kontakte sind.

Ferner ist es auf LinkedIn möglich, die Kommentarfunktion für einzelne Meldungen zu deaktivieren. Dies kann man übrigens jederzeit tun. Auch dann, wenn die Statusmeldung einige Tage alt ist und bereits Kommentare hat.

Unerwünschte Absender ausblenden

Nicht gewollte Meldungen von direkten Kontakten kann man in beiden Netzwerken aktiv ausblenden. Bei XING jedoch leider ausschließlich in der Desktop-Variante. In der App versucht sich XING an einer Vorauswahl der „wichtigsten“ Updates. Beeinflussen lässt sich diese Auswahl jedoch nicht und mir ist absolut nicht klar, warum ich genau diese ersten 14 Meldungen bekomme, die XING mir jeweils „serviert“.

LinkedIn hat hier wesentlich mehr zu bieten. Man kann Kontakte komplett ausblenden und ebenso einzelne Beiträge aus dem Feed nehmen. Ferner steht die Funktion „Feed anpassen“ zur Verfügung.

In dieser Funktion kann man auf den ersten Blick weitere Quellen zu seinem Feed hinzufügen. Klickt man dann jedoch auf den Reiter „Sie folgen“, erhält man eine Liste aller direkten Kontakte sortiert nach der Zahl der Statusmeldungen der letzten sieben Tage. Damit lässt sich schnell feststellen, wer die meisten Meldungen produziert. Alle ungewollten Absender lassen sich dann der Reihe nach mit einem Klick auf „Nicht folgen“ ausblenden. Die Liste lässt sich übrigens auch noch nach direkten Kontakten, Personen außerhalb meines Netzwerkes, Unternehmen und Hashtags filtern. So hat man wirklich sehr schnell einen Überblick darüber, aus welchen Informationen sich der eigene Stream zusammensetzt, und kann diese entsprechend ein- oder ausblenden.

Einen Reiter weiter sieht man dann noch, wer einem selbst folgt. Nicht-Kontakten zu folgen, ist auf XING übrigens ausschließlich bei Insidern möglich. Auf LinkedIn kann man jedem Mitglied „folgen“, auch wenn man kein direkter Kontakt ist. All dies geht übrigens auf dem Desktop und in der App.

Auswertungen und Statistiken

Hier hat ganz klar erneut LinkedIn die Nase vorn! Auf XING kann man nur sehen, wie oft der eigene Beitrag mit „Interessant“ angeklickt wurde. Die Menge der Kommentare muss man selbst zählen.

LinkedIn hingegen gibt eine sehr umfangreiche Statistik aus. Neben der Zahl der Klicks auf „Gefällt mir“ und der Zahl der Kommentare erfährt man die tatsächliche Zahl aller Ansichten. Ferner sieht man Unternehmen nach der Zahl der Personen aus dem Unternehmen, die den Beitrag angeklickt haben; weiterhin die Positionsbezeichnungen nach der Aufrufzahl und die Städte mit den meisten Aufrufen. Diese Informationen gibt es sowohl bei der Desktop- als auch der mobilen Variante.

Interaktion?!

Meinen Beitrag zur Challenge mit den Zahlen, Daten und Fakten zu XING und LinkedIn hatte ich zeitgleich auf beiden Plattformen geteilt. Die Informationen sind aufgrund des Inhalts für beide Zielgruppen ähnlich relevant. Auf XING erreicht meine Statusmeldung theoretisch über 12.000 Kontakte. Auf LinkedIn habe ich derzeit rund 1.200 Kontakte. Wäre die Interaktion bei beiden Netzwerken gleich, müsste ich somit auf LinkedIn etwa 10 % von XING erreichen.

Tatsächlich hat mein Beitrag auf LinkedIn mit 18 Klicks auf „Gefällt mir“ und 13 Kommentaren jedoch genau so viele Klicks und viermal so viele Kommentare erhalten. Auf XING waren es 19 Klicks auf „Interessant“ und nur 3 Kommentare. Ich werde dazu noch weitere Vergleiche anstellen, da ich meine Artikel zur Challenge stets zeitgleich in beiden Netzwerken veröffentliche.

Fazit

Die Statusmeldungen auf XING liegen aktuell mit ihren Funktionen weit hinter denen von LinkedIn. Der Punkt aus diesem Artikel geht klar an LinkedIn.

Wer seine Kontakte regelmäßig mit Statusmeldungen und Neuigkeiten versorgen möchte, hat auf XING im direkten Vergleich nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Hier sollte XING schnellstmöglich nachlegen, ist doch der Stream stets das Erste, was man auf den jeweiligen Plattformen zu sehen bekommt.

Auf der anderen Seite scheinen viele LinkedIn-Nutzer die Möglichkeiten noch gar nicht komplett erkannt zu haben. Bei meinen rund 1.000 Kontakten, denen ich auf LinkedIn folge, hatten zum Zeitpunkt dieses Artikels gerade einmal 26 in der laufenden Woche mehr als eine Statusmeldung und rund 950 gar keine Meldung veröffentlicht.

Auf der anderen Seite „glänzt“ XING mit vielen automatischen Statusmeldungen, die keinen Nutzwert für den Empfänger haben. Was bringt mir beispielsweise der Hinweis auf neue Einträge bei „Ich suche“ und „Ich biete“, wenn ich nicht wirklich sehe, welche Einträge neu sind. Diese automatischen „News“ machen es beschwerlich, den Stream auf XING abzuarbeiten.


Artikel auf Rechtschreibung, Grammatik und Stil geprüft von Annette Winkel
https://www.xing.com/profile/Annette_Winkel
www.lektorat-winkel.de

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Über den Autor

Joachim Rumohr ist Hamburger und Nordlicht mit Leib und Seele. Er hat mehr als zwanzig Jahre Vertriebserfahrung und das Potential von XING bereits früh erkannt. Seit 2006 gibt er sein Wissen professionell als Berater, Trainer und Vortragsredner weiter. Sein Schwerpunkt ist die digitalisierte Geschäftsanbahnung mit XING und seit 2017 auch LinkedIn.

Rumohr wird in der Presse als „XING-Experte Nr. 1“ genannt. Er ist Autor des Bestseller-Buchs „XING optimal nutzen” mit rund 20.000 verkauften Exemplaren. Auf seinem Blog veröffentlichte er seit 2007 über 1.000 Fachartikel und wird in mehr als 30 Büchern namentlich als der XING Experte genannt.

Zehntausende Menschen haben seine Vorträge live erlebt. Er führte mehrere tausend Beratungen und hunderte Seminare durch. Mit seiner begeisternden Art steht er für motivierenden und nachhaltigen Wissenstransfer.

Heute lebt und arbeitet Joachim Rumohr in Mölln, der östlich von Hamburg gelegenen Kurstadt. Mölln gehört mit rund 19.000 Einwohnern zu den zehn schönsten Kleinstädten Deutschlands. In seiner Umgebung mit sehr viel Wald, Natur und Seen findet Joachim Rumohr seinen Ausgleich: In seiner Freizeit klettert Joachim Rumohr leidenschaftlich gern auf Bäume. Dabei nutzt er das Equipment von professionellen Baumpflegern und steigt so auf Bäume in bis zu 40 m Höhe.

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Kommentare vs. DS-GVO

Ich habe bis heute kein wirklich funktionierendes und (mit meinen anderen PlugIns) kompatibles PlugIn für WordPress gefunden, mit dem ich die Standard-Kommentarfunktion in Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung konform gestalten könnte. Ich habe mich daher zunächst entschieden die Kommentarfunktion abzuschalten und ein Formular für eine direkte Anfrage zu hinterlegen. Mal sehen, was die Zeit nach dem 25. Mai 2018 bringt und wie sich die ganze Situation entwickeln wird. Sobald es geht werde ich die Kommentare wieder einschalten.